Übers Rollenspiel

Damit ihr wisst wovon ich spreche wenn ich wieder von meinen Rudeln, vom Vampire Live oder vom Pen and Paper erzähle, erfolgt hier eine kleine Einführung ins Rollenspiel.

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Rollenspiel. Die von denen ich vornehmlich sprach und sprechen werde, sind das Live- und Textrollenspiel, aber auch Pen and Paper werde ich kurz anreissen.

Der Einstieg in ein Rollenspiel beginnt mit der Erstellung eines Charakters, zuvor muss man jedoch wissen in was für einem System man spielen möchte, und in welcher Welt und Zeit er leben wird.

1. Die Erschaffung eines Charakters
Ein ausgearbeiteter Charakter ist die Grundlage für den Reiz des Rollenspiels.
Es ist wichtig dass du deinen Charakter mit Stärken und Schwächen ausstattest, außerdem sollten Geschlecht, Herkunft, Statur, sein Aussehen, sein Wesen und Verhalten erdacht sein, bevor du mit ihm ins Spiel einsteigst. Auch eine grobe Übersicht über seine Vergangenheit ist wichtig, damit du weißt wie er in bestimmten Situationen reagiert und welche Erfahrungen er bereits gemacht hat.
Je nach Art des Rollenspiels und des Charakters, können auch politische und musikalische Vorlieben wichtig sein. Wenn du soweit ein rundes Konzept hast fehlt nur noch ein Name. Und los gehts.

2. Spielorte

    Textrollenspiel

Einer der üblichen Orte für Textrollenspiel sind Chaträume. Es gibt spezielle Rollenspielchats, aber auch Allgemeine Chats haben zu weilen Räume in denen gespielt wird, und wenn sie auch nur dazu umfunktioniert wurden. In Chats gibt es kaum Begrenzungen, in welcher Konstellation die Charaktere aufeinander treffen. Hier sitzen Orks mit Elfen am Tisch, und Wölfe tanzen mit Menschen ums Feuer. Diese Art von Textrollenspiel ist oft etwas chaotisch, da man sie nur schwer organisieren kann, hat dadurch aber auch eine ganz eigene Art von Charme, da der Handlungsspielraum beinahe uneingeschränkt ist.
Eine gängige Alternative zum Chat sind Foren. Entgegen dem flüchtigen Chat kann man sich hier mehr Zeit lassen zu reagieren, und das Geschriebene geht nicht verloren. Auch kann hier durch diverse Designelemente viel für ein angenehmes Spielambiente getan werden, was im Chat nur selten möglich ist. Im Forum wird üblicherweise unter Aufsicht einer oder mehrere Spielleiter gespielt, die das Geschehen lenken, vorantreiben und kontrollierend eingreifen. Sie schaffen einen Handlungsrahmen, schränken aber auch die Auswahl der spielbaren Rassen und den Zeitraum des Spiel ein. So wie im Chat Charaktere aus unterschiedlichen Zeitaltern zusammen kommen können, wird hier eine gemeinsame Zeit und Welt vorgegeben. Daher ist nicht jeder Charakter mit jedem Forum kompatibel.

    Live Rollenspiel

Beim Live Rollenspiel sind die Handlungen der Charaktere real darzustellen, weshalb auch ein geeigneter Spielort auszuwählen ist.
Für Mittelalter- und Fantasy Live Rollenspiele wird gerne auf Pfadfinderlager, im Wald gelegene Blockhüttendörfer oder auch freie Flächen etwas abseits der Städte zurückgegriffen, da sich so ein richtiges Mittelaltergefühl mitten in Großstädten nur selten zu finden lässt.
Bei Rollenspuielen wie Cthulhu oder Vampire Live, die auch in unserer Zeit stattfinden können, bieten sich je nach Zielsetzung und Anlass des Abends öffentliche und nicht öffentliche Gebäude und Flächen innerhalb der Städte an, besonders in Jugendzentren finden sich häufig geeignete Räume, die für das Spiel auch passend dekoriert werden können.

3. So wird gespielt
Im Textrollenspiel schreibt und beschreibt man die Handlungen seines Charakters.
Wichtig sind dabei Umgebung und Wahrnehmung, sowie fremde Handlungen, wörtliche Rede, Gedanken und Gefühle.
Was umgibt den Charakter? Andere Charaktere, Bäume, Pflanzen, Wetter und Landschaft werden beschrieben. Das hängt sehr eng mit der Wahrnehmung zusammen: Wie sieht der Charakter die anderen Anwesenden? Den Sonnenuntergang? Den Baum? Wirkt etwas schön auf ihn, oder hässlich, vielleicht findet er sogar etwas anziehend? Weckt etwas davon bestimmte Gefühle in ihm?
Dann kommen eigene und fremde Handlung, wobei natürlich auch wieder die Wahrnehmung zum Tragen kommt. Wenn nötig wird hier noch einmal auf die eigene Handlung aus dem vorherigen Post eingegangen. Bei der fremden Handlung gilt zu bedenken dass man diese natürlich nicht lenken kann, sondern nur auf das eingeht was bereits passiert ist: Wie nimmt der Charakter sie war? Reagiert er? Löst sie etwas in ihm aus? Wie steht er dazu? Dies gilt natürlich auch für eigene Handlung, wenn der Charakter z.B. etwas tut dass er eigentlich verabscheut.
Wörtliche Rede erklärt sich von selbst, hierbei wird oft noch der Tonfall und die Mimik zum Gesagten beschrieben. Gedanken denkt der Charakter nur für sich, darauf kann natürlich später niemand eingehen, deshalb sollte man es hiermit nicht übertreiben. Gefühle sind noch mal etwas umfassender, weil sie sich eigentlich, wie auch die Wahrnehmung, durch den ganzen Post ziehen, immer dann wenn sie zum Tragen kommen.

Im Live Rollenspiel handelt man als der Charakter den man spielt, man schauspielert ihn. Besonders bei Handlungen die über das hinausgehen was man selbst kann, wie magische oder übernatürliche Fähigkeiten, ist es wichtig überzeugend zu spielen, da nichts schlimmer ist als ein unglaubwürdig gespielter Charakter. Die Immersion ist gerade fürs Live Rollenspiel sehr wichtig, und wird durch gutes, konsequentes und sicheres Charakterspiel verstärkt.

4. Die Kämpfe
Was wären wir ohne Gewalt. Kämpfe und körperliche Auseinandersetzungen dürfen im Rollenspiel natürlich nicht fehlen. Doch insbesondere hier ist es wichtig Rücksicht auf seine Mitspieler zu nehmen, und den Anderen nicht in Situationen zu bringen mit denen er eventuell nicht umgehen kann. Hier wäre zum Einen das Alter der Mitspieler zu beachten. Dass man einem 12 Jährigen -am Beispiel vom Textrollenspiel- nicht die detailierte Obduktion seines Charakters vorlegt ist selbstverständlich. Andererseits muss der angegriffene Charakter auch die Chance haben sich zu verteidigen. Natürlich sind manche Charaktere stärker als andere – aber ob der andere Charakter dem Euren unterlegen ist, ist Entscheidung des betroffenen Spielers, hier gilt die Opferregel, oder im Zweifelsfall eine Entscheidung der Spielleitung. Die ‚immer einmal mehr wie du‘ Regel gibt es im Rollenspiel nicht. Wer einfach ‚Kopf ab, Kopf ab, Kopf ab‘ schreibt kann getrost ignoriert und aus dem Spiel ausgeschlossen werden. Beim Tod des eigenen Charakters hat man immer auch ein Wörtchen mit zu reden.
In Textrollenspiel-Kämpfen gilt die Faustregel des Versuchens. Dein Charakter versucht den anderen am Hals zu erwischen, der Spieler des anderen entscheidet ob dir das gelingt. Und andersrum genauso. Damit das nicht auf ein ewiges untereinander Wegducken hinausläuft ist Fairness gefragt. Und – ohne Schwäche würde das Spiel doch nur halb so viel Spaß machen! Haut absichtlich daneben! Lasst euch einfach mal niederschlagen und besiegen. Nach einer Niederlage weiter zu spielen macht das Ganze viel interessanter, und bekanntlich ist nicht jeder verlorene Kampf gleich ein verlorenes Leben. Als Sieger wiederum könnt ihr euch überlegen was ihr mit dem Verlierer anstellen könnt, um dem Spieler noch ein wenig Freude zu bereiten. Ihn Foltern zum Beispiel, um irgendwelche Informationen von ihm zu erhalten (man beachte auch hier wieder das Alter und eventuell die geistige Verfassung des Mitspielers, falls der das grad nicht so toll findet), aber ihr könntet ihm auch etwas wegnehmen, ihn irgendwie zeichnen, ihn gar gefangen nehmen… Hauptsache ist, insbesondere beim Kämpfen, dass alle Beteiligten daran Spaß haben.
Beim Live-Rollenspiel gibt es meist sehr viel striktere Regulierungen der Kämpfe, auch wieviel ein Charakter einsteckt bevor er am Ende ist. Ob man den anderen Charakter mit seinem Angriff trifft entscheidet sich hier aus dem Spiel heraus, aber auch hier ist immer der Spieler des unterlegeneren Charakters gefragt um über den Verbleib seines mit zu entscheiden. Bei Live-Rollenspielkämpfen ist natürlich auch immer auf die sichere Durchführung des Kampfes zu achten. Echte Verletzungen aus gespielten Kämpfen möchte niemand.

Die Spielleitung
Zuletzt noch ein Wort zur Spielleitung. Die Spielleiter legen die Rahmenbedingungen des Rollenpiels fest, sie haben das Recht Spieler und Charaktere vom Spiel auszuschliessen und auch Aktionen ungeschehen zu machen wenn es sein muss. Eine sehr wichtige Grundregel ist, dass die SL über den Regeln steht. Die Spielleitung hat -im Spiel!- immer Recht.

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