Posts Tagged ‘vom ihlpol’

Winter aint coming

2. Februar 2016

Neulich, so ungefähr vor 2 Wochen, lag in Hannover tatsächlich mal Schnee. Und das nicht zu knapp. Als verwöhntes Kind musste ich in meinem Leben vor und nach dem ersten Umzug nur selten Schnee schippen. Als ich jetzt vor der Aufgabe stand das plötzlich ernsthaft zu betreiben und dass auch noch mehrfach hintereinander, stellte ich überrascht fest dass ein Leben im Erdgeschoß nicht nur Vorteile hat. Und auch die Laus war vom Schnee alles Andere als begeistert.
Noch vor zwei Jahren ist sie wie eine angestochene Tarantel durch den Schnee geflitzt. Dies Jahr haben Arthrose, Kälte und Streusalz ihr das Leben wirklich schwer gemacht. Sie geriet in eine derartige Winterdepression dass ich mir bereits ernsthafte Sorgen gemacht habe. Jeden Gang bestritt sie mühsam und nie ohne zu humpeln, nicht mal auf ihrem geliebten Geibelplatz war ihr so richtig nach Rennen zu Mute. Dafür hatte sie dann daheim Energie für ein paar Extrarunden mit dem Hai. Alles in allem war sie jedoch unheimlich schlecht gelaunt, was sich sofort besserte, als wir im warmen Münster ankamen. Auch hier machten ihr die Beinchen noch zu schaffen, aber ihr Elan kam auf den ungestreuten Wegen zurück.
Wir sind längst zurück in Hannover, Hannover ist längst zurück über 10°C, und die Laus zurück in guter Stimmung. Dennoch hat sie mich mal wieder stark verunsichert.
Wie immer wenn ich eins ihrer plötzlich auftretenden Altersanzeichen bemerke rechne ich inzwischen damit dass es zuende geht, so auch bei ihrem neuen Winterleiden. Sie schläft in letzter Zeit zudem unglaublich viel. Worum ich sie durchaus manches Mal beneide. Jedenfalls, ich war mal wieder in tiefer Sorge, dass dieser Anblick bald nicht mehr alltäglich wäre:
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Netterweise macht die Laus mir jedes Mal einen Strich durch die finsteren Gedanken – so auch Vorgestern, als sie mal ein sehr deutliches Statement zu meinen Ängsten und Sorgen abgegeben hat. Sie war derartig voller Schwung und Kraft den ganzen Tag, dass es mich nur so mitriss. Sie wollte toben, rennen, und wieder toben. Und zwar jetzt sofort und gleich! So oft ich mir auch denke „Hund, warum jetzt?!“, konnte ich ihrer strahlenden Laune doch keine Sekunde widerstehen. Es tut unheimlich gut bis zur Erschöpfung zu laufen, und sie noch dreimal weiter hinter Ball und Zerrknäuel herlaufen zu sehen. Wir zwei haben es sogar geschafft im letzten Hannover-Schnee noch ein Foto zu machen:
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Ich denke, Herbst kann man sagen. Aber ihren Winter hat sie just mit sprudelnden Lebensgeistern zurück getrieben. Möge ihr das noch oft gelingen.
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Ein Tag mit Lara

29. Oktober 2013

Wer hier list weiß wahrscheinlich schon, dass ich mein Leben mit einer zweiten Lara teile. Die sieht ungefähr so aus:
und kann außer mir fast jeden Menschen um den Finger wickeln. Bei mir klappt es bloß nicht weil ich entweder a) gelernt habe konsequent zu sein oder b) ein eiskaltes Herz aus Stein habe. Welche der beiden Möglichkeiten wahr ist, ist je nach Position des Betrachters unterschiedlich, und somit nicht endgültig feststellbar.
Heute erzähle ich Euch von meinem Tag mit Lara, denn er war, noch mehr als jeder andere Tag mit Hund sowieso schon, besonders, und erklärt sehr gut sowohl die Großartigkeit als auch die Nachteile der Hundehaltung.

Ich stand heute mehr oder minder pünktlich zum Weckerklingeln (des 5. Weckers) auf, und verlies mein Bett mit Zielrichtung Badezimmer. Mein Arzt hatte mich angewiesen seltener zu Duschen, weil meine haut das besser fände. Heute war aber ganz eindeutig Waschtag, und frohgemuts machte ich mich daran, Körper und Seele unter warmem Wasser zu erfrischen. Bei fließendem Wasser hört man in der Regel nicht so gut, dass geht leider auch mir so. Während ich meine Haare wusch hörte ich eine Art Brummen, gefolgt von einem Wuffen. Okay, mein Hund bellt zuhause eigentlich fast nie, außer wenn ich sie mit irgendeiner Aufgabe nerve die sie gerade blöd findet. Was definitiv nicht vorkommt wenn ich dusche. Nach dem zweiten Wuffen erinnerte ich mich an die Hinweise meines Laethan, wie leicht meine Tür per Checkkarte zu öffnen sei. Natürlich hatte ich auch hier schon den Gedanken dass die Laus mir vielleicht einfach nur zur Eile raten will, da sie dringlich hinaus muss. Das kam zwar lang nicht mehr vor, schon gar nicht so kurz nach dem Aufstehen, aber unmöglich ist sowas ja nicht. Dennoch war ich nun misstrauisch, und öffnete die Badezimmertür etwas, um es besser zu hören wenn jemand einbrechen sollte. Und fuhr mit dem Haarewaschen fort. Es dauerte nur gefühlte 15 Sekunden, als dass vertraute KLONK, das Geräusch dass der Badmülleimer macht wenn jemand dagegen läuft, mich herumschrecken lies. Badezimmertür weit auf. Keiner da. Nur ein Hund der gerade zur Tür hereinlinste und wieder gen Wohnungstür lief, und dass noch mal und nochmal. Okay. Nur Hund gegen Mülleimer. Ich beendete meine Dusche mit offenem Duschvorhang und zur Tür starrend, und lief als erstes zur Tür. Es stand aber niemand mit einer Checkkarte davor, also beeilte ich mich mit dem Anziehen, und lief in nur halb vollständiger Klamotte als erstes mit der Laus hinaus. Es war ihr tatsächlich nur dringlicher als sonst gewesen, raus zu kommen. Erschrocken hat sie mich trotzdem ganz schön.
Soviel zum Morgen.

Ich musste nach dieser eiligen Hunderunde recht bald los, und verlies das Haus. Lara kennt und kann problemlos alleine bleiben, und ich war diesmal ja auch nur ein paar Stunden unterwegs. Kein Grund zur Besorgnis. Zumindest nicht wenn man Überraschungen mag:

Ich kam heim und freute mich über die mich begrüßende Laus – und über einen Flur auf dem der Inhalt meines Mülleimers in kunstvollster Kleinstarbeit verteilt worden war. Das war neulich schon ein-zweimal vorgekommen, aber noch nie hatte sich die Laus derart kreativ ausgelebt. Was ich bisher kannte war dass sie den Mülleimer mal umkippte, oder abgenagte Apfelreste und leere Joghurtbecher herausholte und ausleckte. Ein dermaßenes Bild der Zerstörung dieser Tragweite (den gesamten Flur entlang und in meinem Zimmer) war ich nicht gewohnt. Den Mülleimer hatte sie dabei zwar stehen lassen, ihn jedoch um einen Meter verrückt. Nun gut. Ich besorgte Leckerlis und Mülleimer, und lies sie ungefähr die Hälfte ihrer Zerstörungskunst wieder selbst aufräumen. Da sie das offenbar blöd fand, bellte sie dabei, was ich stets dazu nutzte ihr ein begeistertes „Kläff!“ an den Kopf zu werfen. Das Bellen auf Kommando ist nämlich der nächste Punkt auf meiner Liste.

Der Beginn unserer Standard-Hunderunde trägt den charmanten Namen „hinterm Netto“, und genau so sieht es da auch aus. Nun wird da allerdings eine Straße hingebaut, was sich zuweilen als durchaus störend erwies. Inzwischen ist die Straße fast fertig, und ich muss langsam anfangen sie ernst zu nehmen. Das habe ich nämlich zu Anfang nicht getan:
Es war einfach so praktisch nach dem ganzen Matsch wieder einen ordentlich begehbaren Weg dahinten zu haben. Nunja, jetzt muss das aufhören, denn bald wird die Straße befahren sein, und bis dahin muss sie als Straße sicher sitzen. Das bedeutet: Hundi bleibt zuverlässig an der Kante stehen. Das macht sie von sich aus bei allen Straßen, aber diese hier ist ja erst gewachsen, und hatte zu Anfang keine gut erkennbaren Grenzen (geschweige denn Fußweg links und rechts). Darum muss ich das jetzt, mit erstaunlich viel Arbeit, gründlich nachholen. Ich werde deshalb auch an anderen Straßenkanten in Zukunft wieder stärker üben, und auch wieder mehr das Spielen an Straßen üben. Heute jedenfalls hat sie die neue Straß schon sehr ordentlich erkannt, auch wenn ich am Anfang noch etwas gucken musste.

Als ich nach Hause kam, war es an der Zeit, Kartoffeln aufzusetzen. Da die Laus derzeit eine Ausschluss-Diät macht (um herauszufinden ob sie auf bestimmte Nahrung allergisch reagiert) darf sie aktuell nur Kartoffeln und Pferdefleisch futtern. Ich setzte also die Kartoffeln auf, stellte meinen Wecker und ging an den Rechner. Vergas den Wecker, drückte ihn beim Lesen weg als er klingelte…und wurde irgendwann von der hungrigen Laus mit der Pfote angestupst. Ich bin wie von der Tarantel gestochen aufesprungen und in die Küche gewetzt, um die überfälligen Kartoffeln zu retten. Zum Glück waren die sogar noch halb unter Wasser. Der zweite Schreck des Tages, aber diesmal hat die Laus mich (und ihre Kartoffeln) gerettet 🙂 Da bin ich doch froh, dass ich das Hunger-Pfotenstupsen früher eine Zeit lang gezielt belohnt hab, und auch dass sie das so pünktlich und zeitlich geschickt eingesetzt hat.

Was lernen wir aus so einem Tag? Einen Hund zu haben verhindert stundenlanges Eincremen mit Bodylotions ;D Ein Hund lehrt einen seinen Papierkorb nicht für Verpackungen zu benutzen. Und ein Hund rettet einem mal wieder den Abend in dem er genau im richtigen Augenblick Hunger bekommt. Alles in allem ist ein Hund vorallem eine unschätzbare Bereicherung.
Meiner jedenfalls 🙂

Kameratag 5

16. Juli 2013

Heute (Gestern, wenn ich so auf die Uhr sehe) hatte ich nach anderthalb Tagen Entzug (die mir dafür mit Laethan versüßt wurden :3) endlich wieder Zeit für meine Kamera, die ich auch voller Freude nutzte. Und ich muss mich an dieser Stelle selbst loben: Entweder jeder Idiot kann mit einer digitalen Spiegelreflexkamera umgehen, oder ich bin einfach gut. Heute habe ich nämlich (außer zu Testzwecken) ausschließlich mit manuellen Einstellungen fotografiert, und ich bin verdammt stolz auf die Ergebnisse. Das ist wirklich das Gute am manuellen Einstellen – man darf zu Recht sagen „hab ich gemacht“, und meint damit mehr als nur zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Natürlich muss man auch bei den voreingestellten Modi und der Automatik noch immer für den richtigen Winkel, Bildausschnitt, Moment und Schärfepunkt sorgen, aber umso mehr ich selbst einstelle, desdo stolzer bin ich auf meine Ergebnisse. Und ich liebe es, auch einfach alles einstellen zu können. Alles was ich an meiner alten Kamera vermisst habe hat meine Neue, und dann noch hundert Sachen mehr. Es ist so eine Freude und so ein Vergnügen mit ihr zu fotografieren, ich weiß gar nicht wie ich das noch treffender beschreiben soll. Es ist so wie wenn man jahrelang nur Richterin Barbara Salesch geguckt hat und dann plötzlich auf Firefly stößt. Einfach ein großartiger Schritt nach vorne, der mit jeder Menge Genugtuung zu stillender Neugier versehen ist :>
Aber genug Blabla, ein paar Ergebnisse:


Hihihi! Was habe ich mich gefreut! Ich komme an Vögel heran! So dass sie zu sehen sind. Im Bild. Mit erkennbar großen Augen! Weil ich immernoch weit genug weg bin dass sie nicht in Todesagst wegfliegen müssen! Ahahaha! Oh ich liebe mein Objektiv! ❤
Aber das Beste kommt ja wie gewohnt zum Schluss:


Ist das großartig oder was? Goldenes, so richtig goldenes Licht! Überall! in meinem Bild! Auf meinem Hund! Ich hab so oft solche Bilder gesehen und mich gefragt wie die das machen. So machen die das! 😀 Einfach schräg ins goldene Gegenlicht fotografieren und dann noch geschickt den Hund drapieren! Juhu! Ich werde ein reicher Großmeisterfotograf!
Apropos, ich hatte mir heute schon (nicht zum ersten Mal in meinem Leben) eine Wassermarke für die Bilder paratgelegt – aber es sieht einfach kacke aus damit die Bilder zu verhunzen, selbst wenn es nur klein in einer Ecke ist. Bislang kann ich mich nicht dazu hinreissen meinen Fotos soetwas anzutun. Hoffen wir dass sich das nie ändert 🙂