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Shit

18. Februar 2016

Ich erzähle gerne dass sich die Geschichte meines Hundes ganz gut in einem einzigen Satz zusammenfassen lässt: „Ein Hund der getreten wird“. Nicht gerade die Logline mit der sich ein 5 Millionen Dollar Filmbudget eintreiben lässt, auch weil sie wesentliche Teile unterschlägt. Auf die will ich heute genauer eingehen.

Es stimmt das kein Monat vergeht, ohne das irgendwer – und sei ich es selbst – meiner Laus auf die Pfoten tritt. Das liegt zum einen daran dass sie so klein und leise, sprich unauffällig ist, und zum anderen daran dass sie gerade mir mit Vorliebe im oder in den Weg steht, sitzt, liegt oder läuft.

Aber natürlich ist es damit nicht getan. Auch sie selbst hat schon zu Welpenzeiten keiner Scherbe widerstehen können. Und als einmal just ihre letzten 6 Wochen Leinenzwang zwecks Wundheilung am Bein (wo sonst?) um waren, rannte sie mir beim ersten Ballwurf mit vollem Galopp in eine halbe Weinflasche. Und genauso flugs mit dem Ball zurück. Wie enttäuscht sie war dass ich sie den ganzen eilig angetretenen Rückweg über trug (die Blutspur sah man Wochen später noch), anstatt weiter zu spielen!

Die Verletzungen die sie in den letzten 12 Jahren an ihren Pfoten und Beinen hatte kann ich kaum zählen (auch wenn ich noch genau weiß welcher der drei Bisse wo saß und mich nur allzu gut an den Kreuzbandriss erinnere), wohingegen ich alle anderen Erkrankungen mit denen sie zu tun hatte an genau einer Hand abzählen kann (Allergie des Todes, gutartiger Gesäugetumor, Bindehautentzündung, Gebärmutterentzündung).

Es ist folglich nur konsequent dass gerade ein Sarkom am Bein sie umbringen könnte.

Remember Shit Day Contest? I win.

Winter aint coming

2. Februar 2016

Neulich, so ungefähr vor 2 Wochen, lag in Hannover tatsächlich mal Schnee. Und das nicht zu knapp. Als verwöhntes Kind musste ich in meinem Leben vor und nach dem ersten Umzug nur selten Schnee schippen. Als ich jetzt vor der Aufgabe stand das plötzlich ernsthaft zu betreiben und dass auch noch mehrfach hintereinander, stellte ich überrascht fest dass ein Leben im Erdgeschoß nicht nur Vorteile hat. Und auch die Laus war vom Schnee alles Andere als begeistert.
Noch vor zwei Jahren ist sie wie eine angestochene Tarantel durch den Schnee geflitzt. Dies Jahr haben Arthrose, Kälte und Streusalz ihr das Leben wirklich schwer gemacht. Sie geriet in eine derartige Winterdepression dass ich mir bereits ernsthafte Sorgen gemacht habe. Jeden Gang bestritt sie mühsam und nie ohne zu humpeln, nicht mal auf ihrem geliebten Geibelplatz war ihr so richtig nach Rennen zu Mute. Dafür hatte sie dann daheim Energie für ein paar Extrarunden mit dem Hai. Alles in allem war sie jedoch unheimlich schlecht gelaunt, was sich sofort besserte, als wir im warmen Münster ankamen. Auch hier machten ihr die Beinchen noch zu schaffen, aber ihr Elan kam auf den ungestreuten Wegen zurück.
Wir sind längst zurück in Hannover, Hannover ist längst zurück über 10°C, und die Laus zurück in guter Stimmung. Dennoch hat sie mich mal wieder stark verunsichert.
Wie immer wenn ich eins ihrer plötzlich auftretenden Altersanzeichen bemerke rechne ich inzwischen damit dass es zuende geht, so auch bei ihrem neuen Winterleiden. Sie schläft in letzter Zeit zudem unglaublich viel. Worum ich sie durchaus manches Mal beneide. Jedenfalls, ich war mal wieder in tiefer Sorge, dass dieser Anblick bald nicht mehr alltäglich wäre:
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Netterweise macht die Laus mir jedes Mal einen Strich durch die finsteren Gedanken – so auch Vorgestern, als sie mal ein sehr deutliches Statement zu meinen Ängsten und Sorgen abgegeben hat. Sie war derartig voller Schwung und Kraft den ganzen Tag, dass es mich nur so mitriss. Sie wollte toben, rennen, und wieder toben. Und zwar jetzt sofort und gleich! So oft ich mir auch denke „Hund, warum jetzt?!“, konnte ich ihrer strahlenden Laune doch keine Sekunde widerstehen. Es tut unheimlich gut bis zur Erschöpfung zu laufen, und sie noch dreimal weiter hinter Ball und Zerrknäuel herlaufen zu sehen. Wir zwei haben es sogar geschafft im letzten Hannover-Schnee noch ein Foto zu machen:
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Ich denke, Herbst kann man sagen. Aber ihren Winter hat sie just mit sprudelnden Lebensgeistern zurück getrieben. Möge ihr das noch oft gelingen.
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