Ein Tag mit Lara

Wer hier list weiß wahrscheinlich schon, dass ich mein Leben mit einer zweiten Lara teile. Die sieht ungefähr so aus:
und kann außer mir fast jeden Menschen um den Finger wickeln. Bei mir klappt es bloß nicht weil ich entweder a) gelernt habe konsequent zu sein oder b) ein eiskaltes Herz aus Stein habe. Welche der beiden Möglichkeiten wahr ist, ist je nach Position des Betrachters unterschiedlich, und somit nicht endgültig feststellbar.
Heute erzähle ich Euch von meinem Tag mit Lara, denn er war, noch mehr als jeder andere Tag mit Hund sowieso schon, besonders, und erklärt sehr gut sowohl die Großartigkeit als auch die Nachteile der Hundehaltung.

Ich stand heute mehr oder minder pünktlich zum Weckerklingeln (des 5. Weckers) auf, und verlies mein Bett mit Zielrichtung Badezimmer. Mein Arzt hatte mich angewiesen seltener zu Duschen, weil meine haut das besser fände. Heute war aber ganz eindeutig Waschtag, und frohgemuts machte ich mich daran, Körper und Seele unter warmem Wasser zu erfrischen. Bei fließendem Wasser hört man in der Regel nicht so gut, dass geht leider auch mir so. Während ich meine Haare wusch hörte ich eine Art Brummen, gefolgt von einem Wuffen. Okay, mein Hund bellt zuhause eigentlich fast nie, außer wenn ich sie mit irgendeiner Aufgabe nerve die sie gerade blöd findet. Was definitiv nicht vorkommt wenn ich dusche. Nach dem zweiten Wuffen erinnerte ich mich an die Hinweise meines Laethan, wie leicht meine Tür per Checkkarte zu öffnen sei. Natürlich hatte ich auch hier schon den Gedanken dass die Laus mir vielleicht einfach nur zur Eile raten will, da sie dringlich hinaus muss. Das kam zwar lang nicht mehr vor, schon gar nicht so kurz nach dem Aufstehen, aber unmöglich ist sowas ja nicht. Dennoch war ich nun misstrauisch, und öffnete die Badezimmertür etwas, um es besser zu hören wenn jemand einbrechen sollte. Und fuhr mit dem Haarewaschen fort. Es dauerte nur gefühlte 15 Sekunden, als dass vertraute KLONK, das Geräusch dass der Badmülleimer macht wenn jemand dagegen läuft, mich herumschrecken lies. Badezimmertür weit auf. Keiner da. Nur ein Hund der gerade zur Tür hereinlinste und wieder gen Wohnungstür lief, und dass noch mal und nochmal. Okay. Nur Hund gegen Mülleimer. Ich beendete meine Dusche mit offenem Duschvorhang und zur Tür starrend, und lief als erstes zur Tür. Es stand aber niemand mit einer Checkkarte davor, also beeilte ich mich mit dem Anziehen, und lief in nur halb vollständiger Klamotte als erstes mit der Laus hinaus. Es war ihr tatsächlich nur dringlicher als sonst gewesen, raus zu kommen. Erschrocken hat sie mich trotzdem ganz schön.
Soviel zum Morgen.

Ich musste nach dieser eiligen Hunderunde recht bald los, und verlies das Haus. Lara kennt und kann problemlos alleine bleiben, und ich war diesmal ja auch nur ein paar Stunden unterwegs. Kein Grund zur Besorgnis. Zumindest nicht wenn man Überraschungen mag:

Ich kam heim und freute mich über die mich begrüßende Laus – und über einen Flur auf dem der Inhalt meines Mülleimers in kunstvollster Kleinstarbeit verteilt worden war. Das war neulich schon ein-zweimal vorgekommen, aber noch nie hatte sich die Laus derart kreativ ausgelebt. Was ich bisher kannte war dass sie den Mülleimer mal umkippte, oder abgenagte Apfelreste und leere Joghurtbecher herausholte und ausleckte. Ein dermaßenes Bild der Zerstörung dieser Tragweite (den gesamten Flur entlang und in meinem Zimmer) war ich nicht gewohnt. Den Mülleimer hatte sie dabei zwar stehen lassen, ihn jedoch um einen Meter verrückt. Nun gut. Ich besorgte Leckerlis und Mülleimer, und lies sie ungefähr die Hälfte ihrer Zerstörungskunst wieder selbst aufräumen. Da sie das offenbar blöd fand, bellte sie dabei, was ich stets dazu nutzte ihr ein begeistertes „Kläff!“ an den Kopf zu werfen. Das Bellen auf Kommando ist nämlich der nächste Punkt auf meiner Liste.

Der Beginn unserer Standard-Hunderunde trägt den charmanten Namen „hinterm Netto“, und genau so sieht es da auch aus. Nun wird da allerdings eine Straße hingebaut, was sich zuweilen als durchaus störend erwies. Inzwischen ist die Straße fast fertig, und ich muss langsam anfangen sie ernst zu nehmen. Das habe ich nämlich zu Anfang nicht getan:
Es war einfach so praktisch nach dem ganzen Matsch wieder einen ordentlich begehbaren Weg dahinten zu haben. Nunja, jetzt muss das aufhören, denn bald wird die Straße befahren sein, und bis dahin muss sie als Straße sicher sitzen. Das bedeutet: Hundi bleibt zuverlässig an der Kante stehen. Das macht sie von sich aus bei allen Straßen, aber diese hier ist ja erst gewachsen, und hatte zu Anfang keine gut erkennbaren Grenzen (geschweige denn Fußweg links und rechts). Darum muss ich das jetzt, mit erstaunlich viel Arbeit, gründlich nachholen. Ich werde deshalb auch an anderen Straßenkanten in Zukunft wieder stärker üben, und auch wieder mehr das Spielen an Straßen üben. Heute jedenfalls hat sie die neue Straß schon sehr ordentlich erkannt, auch wenn ich am Anfang noch etwas gucken musste.

Als ich nach Hause kam, war es an der Zeit, Kartoffeln aufzusetzen. Da die Laus derzeit eine Ausschluss-Diät macht (um herauszufinden ob sie auf bestimmte Nahrung allergisch reagiert) darf sie aktuell nur Kartoffeln und Pferdefleisch futtern. Ich setzte also die Kartoffeln auf, stellte meinen Wecker und ging an den Rechner. Vergas den Wecker, drückte ihn beim Lesen weg als er klingelte…und wurde irgendwann von der hungrigen Laus mit der Pfote angestupst. Ich bin wie von der Tarantel gestochen aufesprungen und in die Küche gewetzt, um die überfälligen Kartoffeln zu retten. Zum Glück waren die sogar noch halb unter Wasser. Der zweite Schreck des Tages, aber diesmal hat die Laus mich (und ihre Kartoffeln) gerettet 🙂 Da bin ich doch froh, dass ich das Hunger-Pfotenstupsen früher eine Zeit lang gezielt belohnt hab, und auch dass sie das so pünktlich und zeitlich geschickt eingesetzt hat.

Was lernen wir aus so einem Tag? Einen Hund zu haben verhindert stundenlanges Eincremen mit Bodylotions ;D Ein Hund lehrt einen seinen Papierkorb nicht für Verpackungen zu benutzen. Und ein Hund rettet einem mal wieder den Abend in dem er genau im richtigen Augenblick Hunger bekommt. Alles in allem ist ein Hund vorallem eine unschätzbare Bereicherung.
Meiner jedenfalls 🙂

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