Drei Worte

[Schonwieder so ein Thema, über das ich schon immer mal was erzählen wollte, aber nie die Gelegenheit hatte. Tadah, die Lösung für alle Möchtegernphilosophen des Alltags heißt Blog und erretet uns vor der Nichtbeachtung.
Aber ich bin ja eh ein wandelnder Sprachfehler(nuscheln, versprechen, nochmal versprechen, immernoch versprechen, nuscheln, verhaspeln, Grammatik versaut, alles ganz anders sagen als es gedacht war…) und darum ist es umso besser dass mein großer Balkon sich auf einen Blog beschränkt. Zwar würde auch ich die Leute lieber zwingen mir zuzuhören, aber ich will ja gar nicht dass sie hören, sondern dass sie lesen.
]

Irgendwann macht man sich – so denke ich – mal Gedanken über Liebe.
Nein, nicht über die Liebe des Lebens, auch nicht über Sex, sondern über das sanft-aufdringliche Gefühl von Zuneigung, das mit jedem Herzschlag stärker wird, das auch nur kürzeste Abwesenheit des Geliebten zu quälenden Momenten macht, und das so vergänglich ist wie wir selbst.

Eigentlich geht es mir genau darum – Liebe ist vergänglich, egal wie intensiv sie einmal war. Das mag unschön klingen, unromantisch obendrein, aber so zeigt es die Erfahrung – und was, ausser der Erfahrung, vermag schon über die Liebe zu lehren?

Nach meiner Auffassung ist Liebe ein sehr mächtiges Gefühl. Sie ist Grund zum Töten und Grund für Gnade, sie kann großes Glück und im selben Atemzug große Schmerzen mit sich bringen, sie ist offensichtlich und doch bloß ein zarter Schleier, der sich wie Seide an die Haut schmiegt.
Man kann sie niemals nachweisen, doch verleugnen kann man sie auch nicht, und das ist, was die Liebe so faszinierend macht – ein jeder weiß von ihr, sie hat mehr Gläubige als alle Religionen zusammen, aber es ist unmöglich sie zu greifen, sie zu fassen und in eine Form zu zwingen.
Und ich glaube -um diesen Gedanken fortzuführen- wenn man es doch tut, so zerspringt sie.

Liebe ist ein Gefühl das in all seiner Macht auch sehr leicht zu zerschlagen ist. Sie trägt immer beide Seiten in sich, und so ist Beständigkeit in ihr genauso zu finden wie die Freiheit, jederzeit zu gehen. Sie balanciert auf dem schmalsten aller Pfade ihr Gleichgewicht, und es reichen drei Worte, um sie zu Fall zu bringen.

Was ich damit sagen will: Diese drei Worte beinhalten ein Versprechen, das man nicht einhalten kann. Denn Liebe kann man nicht versprechen. Sie ist wie ein Dritter in einer Beziehung, sie ist das Fundament dafür, aber niemand kann sie zwingen am nächsten Tag noch da zu sein. Denn in dieser Eigenschaft ist sie, Metapher hin oder her, etwas eigenes, eigenständiges, dass seinen Weg frei wählt, und wenn man versucht sie zu lenken, zu binden, so wird sie gehen.

Liebe ist immer auch ein Hauch von Freiheit, denn nur aus der Freiheit heraus entsteht sie. Man kann sie niemals erzwingen, denn wie ein wildes Tier flüchtet sie vor dem Jäger, wohingegen sie dem Zähmer vielleicht ihr Vertrauen schenkt.
Denn was man auch anstellt – das glückliche Lächeln bei der bloßen Nennung eines Namens kann niemals künstlich nachgebildet werden. Wohl kann man es vortäuschen, aber nur wenn auch innerlich etwas aufzublühen scheint, hat man es mit der Liebe zu tun.

Darum, so schreibe ich nutzloserweise, wissend, dass es nie ankommt: Sag mir niemals dass du mich liebst.

Man braucht keine Worte, um sich Gewissheit zu verschaffen. Es reicht, das Lächeln wiederzuerkennen…

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3 Antworten to “Drei Worte”

  1. Insanepony Says:

    Liebe ist eine verdammte Abhängigkeit wie jede andere auch. Nur mit außergewöhnlich vielen Instrumenten für langanhaltenden Schmerz.

  2. toke Says:

    Liebe ist doch genau dieses „Lächeln“.
    Was Du als „Versprechen“ beschreibst is der Versuch eine Beziehung zu führen. Wenn sich der Chemie Cocktail im Gehirn nach ca nem halben Jahr von der „Liebe“ erholt hat wird es kompliziert…
    (Oft geht es noch ca 3 Jahre gut, wenn dann ein Kind ins Spiel kommt weitere 3-4 Jahre. (Zeigt die Erfahrung/Statistik. (Ausnahmen bestätigen die Regel ;o) )))
    Es könnte so einfach sein…

  3. Laracoa Says:

    Ja. Aber ein einem Lächeln fängt man sie nicht, da sperrt man sie nicht ein, so wie man es mit Worten tun kann.
    Nein, ich denke eine Beziehung verspicht gar nichts. ine Beziehung ist ein ‚Wir sehen mal ob‘, ein ‚Ich liebe dich‘ geht viel viel weiter. Zu weit.

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